Was ist der Unterschied zwischen Jobsuchmaschinen und Job-Matching?

Was ist der Unterschied zwischen Jobsuchmaschinen und Job-Matching?

Auf der Suche nach einem passenden Job verwenden viele Menschen heutzutage Jobplattformen. Aber sind diese Plattformen wirklich effektiv? Welche Vorteile hat Job-Matching, sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer. Job-Matching spart Zeit und Geld, da beide Parteien effektivere Ergebnisse erzielen.

Heutzutage finden immer mehr Menschen einen neuen Job über große online Jobplattformen. Das funktioniert scheinbar gut - denn viele Firmen inserieren offene Stellen bei Jobplattformen. Würden Unternehmen dadurch keine Mitarbeiter gewinnen, würden sie nicht immer wieder für relativ viel Geld (die Kosten für eine Anzeige betragen rund € 1.000) Anzeigen bei den Jobportalen schalten.

Um das Problem mit klassischen Jobplattformen zu verdeutlichen habe ich bei dem Marktführer einmal eingeben, dass ich Kraftfahrer bin und einen Job in Hamburg suche. Dabei bekam ich folgendes Ergebnis:

(Eine kleine Anekdote: ich habe neulich in den USA einen Vortrag über Job-Matching gehalten und in der Vorbereitung bei einer US-Jobsuchmaschine „Truck-Driver“, „Washington D.C.“ eingegeben - ich habe dort dann fast 300 Jobangebote als Ergebnis der Suche erhalten.)

Wenn ein Berufseinsteiger einen Job sucht, so wird er mit dem Ergebnis zufrieden sein, sich 5-6 Unternehmen aus der Liste heraussuchen (vielleicht die, deren Namen er schon einmal gehört hat) und Kontakt aufnehmen oder seine Bewerbungsunterlagen an die Unternehmen senden (warum Bewerbungsunterlagen Unternehmen nicht helfen, die geeigneten Bewerber zu finden, habe ich an anderer Stelle).

Für jemanden, der einen Job hat, aber aus diversen Gründen unzufrieden ist, ist das Suchergebnis wenig hilfreich. Erstens hat jemand, der als Kraftfahrer unterwegs ist, keine Zeit, viele Firmen anzurufen oder anzuschreiben, zweitens weiß er nicht, ob es bei den Unternehmen, bei denen er sich bewirbt, besser ist als bei seinem jetzigen Arbeitgeber oder ob er nicht in die selben oder etwa schlimmeren Verhältnissen tritt.


Beide Probleme lösen Matching plattformen. Am Beispiel von JOBMATCH.ME kann man illustrieren, wie eine Matching Plattform funktioniert:

  1. Was suchst Du? - Derjenige, der einen (neuen) Job sucht, muss die wichtigsten Rahmendaten seines Traumjobs angeben: an welchem Ort will er arbeiten, wieviel Gehalt erwartet er mindestens, will er im Schichtdienst, Teilzeit oder am Wochenende arbeiten und ab wann ist er verfügbar.
  2. Was bietest Du? Der Bewerber wird nach seinen Qualifikationen gefragt - Ausbildung, formale Qualifikationen (z.B. Führerscheine oder Zusatzqualifikationen), Erfahrungen.

    Unternehmen, die jemanden einstellen wollen, geben die komplementären Informationen ein:

was sucht das Unternehmen, welche Qualifikationen sind erforderlich und was bietet das Unternehmen (Bezahlung, Arbeitszeiten). Der Matching Prozess bringt dann automatisch die Bewerber mit Unternehmen zusammen, die übereinstimmende (englisch: „matching“) gegenseitige Erwartungen haben.

JOBMATCH.ME fügt diesen beiden Dimensionen noch eine dritte Matchingdimension hinzu.:

  1. Wie tickst Du? Hier muss der Bewerber einige Fragen zu Einstellungen und Verhaltensweisen beantworten. Dieser kurze Persönlichkeitstest wurde von Psychologen bei JOBMATCH.ME entwickelt und an vielen hundert Kraftfahrern und Pflegefachkräften validiert. Die Unternehmen beantworten die dazu passenden Gegenfragen, bei Organisationen spricht man natürlich nicht von „Persönlichkeit“ sondern von Kultur, deshalb nennen wir den Fragebogen für Unternehmen „Kulturfragebogen“.

    Die dritte Dimension verbessert die Qualität der gegenseitiges „Matches“ deutlich. Aus vielen Untersuchungen weiß man, dass der Hauptgrund für Unzufriedenheit (und in Folge: sinkender Motivation und Arbeitsleistung bis zur Kündigung) von Arbeitnehmern die fehlende Passung des Arbeitnehmers zur Kultur des Unternehmens ist. Hier die Titelseite eines wissenschaftlichen Artikels, der sich mit der Persönlichkeit von Berufskraftfahrern und deren Auswirkung auf die Arbeitsleistung beschäftigt.

Was ist Job-Matching?

Job-Matching schaltet zwischen Job und Kandidat einen intelligenten Matching-Algorithmus, der beide Seiten vollautomatisch miteinander abgleicht.

Die Stellen werden gefiltert und klassifiziert. Die Bewerber erhalten nur Angebote, die ihrem eigenen Profil entsprechen. Auf der anderen Seite wird die Anzahl der potenziell übereinstimmenden Bewerbungen auf dem Schreibtisch des Personalverantwortlichen reduziert.

Das Prinzip ist nicht neu - Partnerschaftsbörsen funktionieren nach dem gleichen Prinzip (und Job Matching Plattformen haben sich bei Partschaftsbörsen einiges abgeschaut): wer einen Partner sucht, gibt Informationen über sich preis („Was bietest Du“) und was für einen Partner er/sie sucht („Was suchst Du“).

Einige der erfolgreichsten Partnerschaftsbörsen fragen zusätzlich Fragen nach Persönlichkeit und Interessen („Wie tickst Du“). Intuitiv scheint es sinnvoll zu sein, bei der Suche nach dem passenden Partner, nicht nur auf Alter, Größe und Beruf zu achten, sondern auch auf Persönlichkeit - deshalb sind Partnerschaftsbörsen, die einen Persönlichkeitsfragebogen integriert haben, sehr erfolgreich.

Leider gibt es nur wenig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse darüber, welche Persönlichkeiten zueinander passen. Was man über Persönlichkeit und Erfolg in der Partnerschaft weiß, ist recht dünn, hier einige Erkenntnisse, die die Psychologie herausgefunden hat.

Beide Partner sollten nicht zu emotional sein (in der Psychologie nennt man diese Persönlichkeitseigenschaft „Neurotizismus“

Das Ausmaß an Abenteuerlust („Offenheit für neue Erfahrungen“) sollte nicht zu unterschiedlich sein

Mindestens einer der beiden Partner sollte umgänglich und kompromissbereit sein

Dem gegenüber gibt es zahlreiche Erkenntnisse darüber, welche Persönlichkeitseigenschaften für den Erfolg im Beruf hilfreich sind - sowohl allgemein („Gewissenhaftigkeit“ ist für die meisten Berufe ein sehr guter Prädiktor für Berufserfolg) als auch für spezifische Berufe (z.B. bei Berufskraftfahrern ist „Bereitschaft, sich an Regeln zu halten“ ein sehr guter Prädiktor, in der Gastronomie „Geselligkeit“ und „Umgänglichkeit“).

Von daher ist das 3D-Matching, das JOBMATCH.ME einsetzt, bei Weitem wissenschaftlich fundierter als die Persönlichkeitstests, die in Partnerschaftsbörsen eingesetzt werden.



Quelle:

Tichon, Mark Andrew(2005). Personal Selection in the Transportation Sector:An Investigation of Personality Traits in Relation to the Job Performance of Delivery Drivers. University of Tennessee, Knoxville.



Autor: Dr. Olaf Ringelband