Bist du Pflegekraft und leidest unter Rückenschmerzen?

Bist du Pflegekraft und leidest unter Rückenschmerzen?

Im Alltag einer Pflegekraft muss man viel stehen und schwer heben. Beide Faktoren sind nicht gut für den Rücken. Laut der Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege leiden 2 von 3 Pflegekräfte an berufsbedingten Rückenschmerzen. Die tägliche Arbeit besteht oft aus heben, tragen und bücken und verursacht deshalb bei vielen Menschen eine Fehlstellung die wiederum zu Schmerzen im Rücken führt. Durch die Volkskrankheit Rückenschmerzen, kommen im Jahr durchschnittlich 21 Krankheitstage pro Pfleger zusammen. Warum leiden Pflegekräfte aber so häufig unter Rückenschmerzen und was können sie dagegen tun?

Warum haben viele Pflegekräfte Rückenschmerzen?



In Deutschland leiden zwischen 40 und 76 Prozent der Pflegekräfte an Rückenbeschwerden beziehungsweise Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates. Dies liegt meistens an Fehlhaltungen oder Überbelastung der Wirbelsäule. Durch ständiges Anheben und Umbetten von Patienten kommt es früher oder später zu berufsbedingten Rückenschmerzen bei Pflegekräften. Wenn du selbst in der pflege arbeitest, weißt du wie belastend deine Arbeit sein kann. Aber nicht nur die körperliche Belastung machen es der Rückengesundheit schwer, sondern auch der Zeitdruck und die Überarbeitung lassen viele Pausen ausfallen und der Anspruch auf die Wirbelsäule steigt stetig.
Die Kombination aus körperlicher und psychischer Belastung macht die Pflegekräfte besonders anfällig für Rückenschmerzen.

Was tun wenn du Rückenschmerzen hast?



Erst einmal sollten Rückenschmerzen nie länger als 6 Wochen anhalten. Nach dieser Zeit sollte spätestens ein Arzt hinzugezogen werden. Ärzte setzen heute auf eine schnelle Mobilisierung und raten von Bettruhe ab. Leichte körperliche Aktivität und Bewegung sollen hingegen hilfreich sein. Am besten helfen Übungen um die Rückenmuskulatur aufzubauen und die Wirbelsäule zu entlasten. Schmerzmittel helfen nur kurzzeitig und lindern nur den Schmerz und bekämpfen nicht den Auslöser. Von daher solltest du bei andauernden Schmerzen immer einen Arzt um Rat fragen. In der Apotheke gibt es auch Präparate zur äußerlichen Anwendung, wie beispielsweise Salben, Gel oder Pflaster gegen Rückenschmerzen. Diese rezeptfreien Schmerzmittel sind für eine effektive und die gezielte Behandlung ausreichend. Sollten trotz der Schmerzmittel keine Linderung auftreten, solltest du immer einen Arzt aufsuchen.

Wie kann man Rückenschmerzen vorbeugen in der Pflege?



Damit es nicht zu berufsbedingten Rückenschmerzen kommt, kann man einige Tipps berücksichtigen.

  1. Stelle das Patientenbett so ein, dass du dich nicht bücken musst.
  2. Nutze Hilfsmittel, wie ein Lift, falls der Patient zu schwer sein sollte.
  3. Stärke deine Muskulatur, damit die Wirbelsäule entlastet ist.
  4. Bleibe immer in Bewegung und strecke dich auch mal zwischendurch.
  5. Den Rücken zwischendurch mal dehnen ( in dem du deinen Kopf und Arme nach vorne fallen lässt und deine Finger den Boden berühren).

    Wie stärke ich meine Rückenmuskulatur?



    Die meisten Rückenschmerzen kommen sehr plötzlich, aber der Ursprung existiert schon länger. Das wichtigste ist, dass du jeden Tag etwas für deine Rückenmuskulatur tust um deine Wirbelsäule zu stärken. Wir haben für dich ein paar Übungen herausgesucht, damit du schmerzfrei durch den Alltag kommst.

    Wie entspanne ich meinen Rücken?



    Um deinen Rücken nach einem anstrengenden Arbeitstag zu entspannen, solltest du dich auf eine Matte mit dem Rücken legen, Stelle danach beide Füße auf den Boden und halte die Füße und Knie eng zusammen. Danach musst du die Knie abwechselnd nach rechts und links kippen. Achtung: Nur so weit, dass deine gegenüberliegende Schulter weiterhin den Boden berührt.

Dehnen gegen Rückenschmerzen

Dehnen gegen Rückenschmerzen



Wie stärke ich meine Rückenmuskulatur?



Neben den Besuchen im Fitnessstudio, kannst du auch Übungen für deinen Rücken in deinem Wohnzimmer ausführen. Dafür legst du dich wieder auf deinen Rücken und stellst die Füße hüftbreit auf. Hierbei musst du den Beckenboden anspannen und deinen Bauchnabel einziehen. Kippe dein Becken und rolle deine Wirbelsäule Wirbel für Wirbel nach oben, bis die Schultern und Füße dein volles Gewicht tragen. In dieser Haltung atme ein paarmal ein und aus und rolle danach die Wirbelsäule Wirbel für Wirbel wieder ab.

Wichtig ist, dass du immer in Bewegung bleibst und immer etwas für deine Rückenmuskulatur tust. Am besten fragst du bei deinem Physiotherapeuten oder Arzt nach, welche Bewegung für dich am besten geeignet ist.




Quelle

Pflegen-online

Rückenschmerzen behandeln

Klinikrente

Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege



Autorin: Lena Brod