Wie ist die Coronaimpfbereitschaft der Pflegekräfte?

Wie ist die Coronaimpfbereitschaft der Pflegekräfte?

Seitdem es den Impfstoff gegen COVID-19 gibt, wird heftig über die Impfbereitschaft des Gesundheitspersonals diskutiert. Laut einer Studie sollen sich nur 50 Prozent der Pflegekräfte impfen lassen wollen. Doch ist die Impfbereitschaft wirklich so gering wie angenommen? Alle wichtigen Informationen zur Impfbereitschaft findest du in diesem Artikel.

Wie ist die Impfbereitschaft des Gesundheitspersonals?

Laut einer Umfrage der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DIVI) ist die Impfbereitschaft von Ärzten und Pflegekräften von Dezember bis Februar von 65 % auf 75 % gestiegen. “Somit zeigt sich, dass die Bereitschaft nach Beginn der Impfung noch weiter gestiegen ist.” Sagte Uwe Janssens von der DIVI*. Bei dieser Umfrage zeigte sich, dass vor allem jungen Frauen des Gesundheitspersonals noch zögern und skeptisch sind oder sogar die Impfung ablehnen. „Hier müssen wir mit aller Entschiedenheit und mit einer Stimme Fehlinformationen über Wirksamkeit und Entwicklung der verfügbaren Impfstoffe richtigstellen sowie Sachlichkeit in die aktuell kontrovers geführte Debatte durch präzise und transparente Informa­tion einbringen“, sagte Uwe Janssens.

Warum ist es wichtig, dass das Gesundheitspersonal sich impfen lässt?

Die Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen haben ein erhöhtes Infektionsrisiko aufgrund der Kontakte zu COVID-19 Patienten. Dieses erhöhte Risiko könnte im schlimmsten Fall zu einer rasanten Virusverbreitung in den Einrichtungen führen. Um die Familien und Patienten zu schützen, ist die Impfung sehr wichtig. Sollte das Gesundheitspersonal wegen einer Viruserkrankung ausfallen, wird dieses zu starken Engpässen in den Einrichtungen führen. Das größte Problem bei der Impfung ist der Zweifel an der Sicherheit der Corona Impfung und dessen Langzeitverlauf, betonte der DGIIN**-Präsident Christian Karagiannidis. Laut des Präsidenten müsste man versuchen, in den kommenden Wochen diese Zweifel auszuräumen, da das Gesundheitspersonal eine wichtige Vorbildfunktion für unsere Bevölkerung ist. “Die Impfbereitschaft ist groß und Aufklärung der zentrale Schlüssel.”, das betonte das Präsidiumsmitglied der Bundespflegekammer, Markus Mai.

Wie wichtig ist die Aufklärung beim Impfen?

Um die Impfbereitschaft des Gesundheitspersonals zu steigern, sind Informations- und Aufklärungskampagnen wichtig. Im Senioren- und Pflegezentrum Ruhpolding wurde extra eine Versammlung anberaumt, um über die Impfung und die möglichen Nebenwirkungen zu informieren. In dieser Versammlung kann das Pflegepersonal Fragen stellen. Das Senioren- und Pflegezentrum fordert auch eine öffentliche Informationskampagne, um alle Bürger besser aufzuklären und die Angst vor möglichen Nebenwirkungen zu hemmen. Wichtig ist zudem noch, dass die Impfung für jeden einzelnen Mitarbeiter eine persönliche Angelegenheit bleibt und freiwillig bleiben muss. Dorothea Homann ist Heimleitung im Seniorenzentrum Unterföhring in Bayern und geht mit guten Vorbild voran. "Ich habe als Heimleitung zwar nicht so viel direkten Kontakt zu den Bewohnern, aber ich sehe es als meine Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen.” Frau Homann geht davon aus, dass sich mit der Zeit immer mehr Pflegekräfte impfen lassen werden, wenn sie merken, dass die Impfung bei den Kollegen komplikationsfrei verläuft. In ihrem Pflegeheim haben sich schon zwei Fachkräfte, die vorher keine Impfung erhalten wollten, im Nachhinein doch dafür entschieden. Durch diese Beispiele sieht man, dass eine ausführliche Aufklärung für die Coronaimpfung auch beim Pflegepersonal enorm wichtig ist.

Wie hoch ist die Impfbereitschaft bei Ärzten und Pflegekräfte in den einzelnen Bundesländern?

Die Bundespflegekammer teilte mit, dass die Impfbereitschaft deutlich höher sei als ursprünglich angenommen. Generell kann man erkennen, dass sich 2 Trends deutlich abzeichnen.

  1. In Kliniken ist die Impfbereitschaft höher als in Alten- und Pflegeheimen.
  2. Die Pflegekammern haben gute Erfahrungen mit sachlichen Informationen zu den Impfungen gemacht.

Die Impfbereitschaft in den einzelnen Bundesländern variiert zwischen 60% und 90%. In Rheinland-Pfalz liegt die Impfbereitschaft des Gesundheitspersonals bei ca. 75% und die Tendenz ist weiter steigend. In Schleswig-Holstein liegt der Wert bei 80-90% und ist somit Vorreiten der Bundesländer. Niedersachsen hat einen deutlichen Anstieg der Impfbereitschaft in Krankenhäusern zu verzeichnen mit ca. 80%. Dagegen liegen die Altenheime in Niedersachsen bei nur 60-70%. In Nordrhein-Westfalen hat das Gesundheitspersonal eine Impfbereitschaft von 80% und liegt somit im Durchschnitt.

Infografik Impfbereitschaft



Wusstest du, dass viele Arbeitgeber Informationskampagnen für ihre Mitarbeiter anbieten?

Im Großen und Ganzen sieht man, dass die Impfbereitschaft der Pflegekräfte deutlich höher ist als am Anfang vermutet. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass jeder, der im Gesundheitswesen arbeitet, ein Experte in diesem Gebiet ist und die Entscheidung über eine Impfung selbst treffen kann. Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter mit Informations- und Aufklärungskampagnen, um die Unsicherheit zu minimieren.

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Quelle:

https://www.pflegen-online.de

https://www.apotheken-umschau.de

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https://www.bibliomed-pflege.de


Autorin: Lena Brod ist seit 1,5 Jahren als Marketing Managerin bei JOBMATCH.ME tätig. Sie ist die Expertin im B2B-Bereich und zuständig für den Social Media Auftritt.